Die Geschichte der Kinderfreunde in Guntramsdorf

Bis 1976 waren die Kinderfreunde im alten Guntramsdorfer Volksheim (Hauptstr. 120) untergebracht. Nachdem dieses Heim durch einen Brand nicht mehr benützbar war, wurde den Kinderfreunden von der Gemeinde ein Raum in der Hauptschule Guntramsdorf zur Verfügung gestellt. Diese Notunterkunft im Keller hemmte natürlich die Arbeit der Ortsgruppe sehr, um so glücklicher waren die Kinderfreunde daher als sie nach der Übersiedlung des Gemeindeamtes in das Rathaus, in einen Raum des ehemaligen Amtes das nun als Volksheim genützt wird einziehen konnten.

In den beiden Kindergruppen stand immer die demokratische Gemeinschaftserziehung im Vordergrund. In den Heimstunden hatten die Kinder die Möglichkeit, das Spiel in den verschiedensten Formen, vom Tischspiel über das Gesellschaftsspiel und Rollenspiel bis zum Theaterspiel kennenzulernen. Sie konnten kleine Geschenke selbst basteln und erfuhren beim Lernen gesellschaftskritischer Lieder, wo es sinnvoll wäre Änderungen herbeizuführen.
In der Gruppe der Roten Falken stand neben dem Schwerpunkt politischer Bildung, vor allem das Naturerleben im Mittelpunkt der Arbeit. In den Heimstunden wurden die Kenntnisse vermittelt, die bei Wanderungen und Zeltlagern von den Kindern genützt werden konnten.

Neben den Heimstunden und Wanderungen gab es im Jahresablauf auch eine Reihe von Veranstaltungen der Kinderfreunde:
Den Kinderball, der aus dem Veranstaltungsreigen der Vereine nach wie vor nicht wegzudenken ist.
Die Jugendfeier, eine Veranstaltung für die 14- und 15-jährigen Buben und Mädchen des Ortes, die die Pflichtschule verlassen hatten. Bei dieser Veranstaltung bestand die Möglichkeit die ersten Kontakte mit der Gemeindevertretung zu Knüpfen. Die Teilnehmer erfuhren aber auch, wo sie Hilfe zur Lösung ihrer Probleme bekommen finden. Der Abschluss dieser Veranstaltung war mit einem Besuch des Niederösterreichischen Landhauses oder des Parlamentes, durch das sie der Abgeordnete des Bezirkes führte, verbunden. Ein Besuch des Wiener Praters und ein Buchgeschenk bildeten den Abschluss und erinnerte die Teilnehmer noch sicher lange Zeit an diese Veranstaltung.
Filmvorführungen und Kasperltheater sowie andere Kindernachmittage waren für die Kinder des Ortes immer ein Begriff.
Der „Tag des Kindes“ ist auch heute noch die Veranstaltung bei der die meisten Kinder des Ortes erfasst werden. Das Spielangebot hat sich allerdings der Zeit entsprechend sehr gewandelt. Vom Dosenschießen und Sackhüpfen über die New Games bis zum Themenbezogenen Stationenspiel reicht diese Entwicklungskette. Wichtig war es den Kinderfreunden dabei aber immer, dass Kinder selber etwas tun können und nicht nur konsumieren.

Die Kinderfreunde Guntramsdorf haben nach dem Krieg nie große Weihnachtsfeiern veranstaltet, denn sie vertreten die Meinung, dass das Weihnachtsfest in der Familie gefeiert werden soll. Doch seit vielen Jahren erhalten alle Kinder der Mitglieder im Rahmen der Weihnachtsbuchaktion ein pädagogisch wertvolles Buch. Diese Aktion ist noch immer ein wichtiger Beitrag zur Leseerziehung unserer Kinder. Die Roten Falken besuchten am Heiligen Abend die Dienststellen und überreichten den Personen, die für die Gemeinschaft Dienst taten, als kleinen Dank ein selbstgebasteltes Geschenk. Auch die Geschäftsleute die die Kinderfreunde immer unterstützen bekommen zu Weihnachten ein kleines symbolisches Geschenk.

In den vergangenen Jahren hat sich das Freizeitangebot für die Kinder des Ortes sehr erweitert, deshalb gibt es zur Zeit leider keine ständige Kindergruppe.

 

Aufbau der Gruppe im Ortszentrum

 

1962 gelang es Heinrich Witowetz, damals noch Mitarbeiter der Kinderfreunde Eichkogel, gemeinsam mit dem Bürgermeister Ing. Wolf, die Kinderfreundegruppe auch im Ortszentrum wieder zu aktivieren. Obfrau wurde die Frau des Bürgermeisters Aloisia Wolf, die auch mit Hilfe der Mitarbeiterinnen Anna Lesage, Elfriede Leskowa und Maria Vidowitsch, die Kindergruppe führte.

Heinrich Witowetz leitete die Gruppe der Roten Falken. Die Heimstunden fanden so wie in der Vergangenheit im Volksheim (früher Volksbildungshaus) statt. Die Falkengruppe vertrat 1965, als Delegation die niederösterreichischen Roten Falken im IFM . Camp, in Reinwarzhofen-Deutschland und gewann durch ihre Aktivitäten in diesem Lager die Wanderfahne der Österreichischen Roten Falken. 1966 übernahm Erich Gral die Leitung der Roten Falken, ihm folgte 1970 Josef (Pepi) Zara als Gruppenleiter bis 1987.

1968 wollten die drei Mitarbeiterinnen aus Altersgründen nicht mehr die Kindergruppe führen, deshalb suchte Heinrich Witowetz, damals Landessekretär der Kinderfreunde, im Kreis der Ferialmitarbeiterinnen nach einer neuen Leiterin der Kindergruppe. Es gelang jemanden zu finden und so betreute einige Monate Elisabeth Weichart, eine Wiener Musikstudentin die Kindergruppe. 1970 konnte Waltraud Müller, eine junge burgenländische Lehrerin die in Wien wohnte für die Leitung der Kindergruppe gewonnen werden. 1980 übernahm Gabi Hosek die Kindergruppe und führte sie bis 1986.

1970 wurde Anton Kögl zum Obmann gewählt, im folgte 1976 Ing. Kurt Leskowa. Seit 1988 ist Josef Zara Vorsitzender der Kinderfreunde und Ing. Kurt Leskowa Ehrenvorsitzender. Besonders zu erwähnen ist auch Gotfried Jeindl, der zwanzig Jahre für die finanzielle Gebarung der Gruppe verantwortlich war.